Ein Liter Sonne

Ein Sonnenglas strahlt auf dem Weihnachtsmarkt

 

Zufrieden waren wir am Abend des Maichinger Weihnachtsmarktes darüber, dass sich der Einsatz gelohnt hat – nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Stimmung an unserem Stand. Das Weltladenteam zeigte vollen Einsatz,sowohl im Weltladen als auch auf dem Weihnachtsmarkt.

Was ist in dem „Weltladen-Laurentiusbrot“, das die Bäckerei Frank für unsgebacken hat? Was ist der Unterschied zwischen diesen und den anderen Mangos? Haben Sie meinen Kaffee nicht mehr oder gibt es bei Ihnen gar keinen Tee mehr?

Wir gaben Auskunft, bzw. schickten die Fragenden zum Laden in derLaurentiusstrasse, wo es die gewünschten Produkte gab.

Ein neues Produkt aus dem Weltladen entwickelte sich zum Hingucker und Renner.Auf das Sonnenglas aus Südafrika mussten wir bei Tageslicht immer wieder mal hinweisen, denn gar mancher dachte vielleicht...“also Weckgläser auf dem Weihnachtsmarkt, das passt doch überhaupt nicht!!…“.Mit der Dunkelheit zeigte sich das warme Licht der integrierten Solarlampe immer deutlicher und kurz vor dem Ende des Adventsmarktes fand auch die letzte Lampe ihre Abnehmerin.

Das Prinzip dieser Solarlampe ist simpel und geradezu genial: das Sonnenglas™ speichert während des Tages Energie, die es dann nachts in Form von Licht wieder abgibt. Diese Methode der Lichterzeugung ist nachhaltig, stellt einen einfachen Weg dar, umweltbewusst zu leben und macht einfach Spaß. Das Sonnenglas™ ist mit LED-Leuchten ausgestattet, die über Solarzellen im Deckel aufgeladen werden.

Am Abend oder in der Nacht kann man das Sonnenglas über den magnetischen Bügelschalter einschalten. Die vier solarbetriebenen LED-Leuchten erzeugen einen wunderschönen, hellen Lichtschein. So hell, dass man gut dabei lesen kann.

Das Besondere: das Sonnenglas können Sie innen nach Ihren Wünschen gestalten : Früchte, Sand, getrocknete Blumen, Muscheln, Kieselsteine… Ihrer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. (Eingewecktes sollte aber nicht in das Glas…..)

Für uns vom Fairen Handel ist der Aspekt der Herstellung besonders wichtig: arbeitslose Jugendliche erhalten in diesem Projekt eine qualifizierte Ausbildung, eine faire Bezahlung und eine Perspektive für ihr weiteres Leben. So ist jedes Licht eines Sonnenglases ein Zeichen der Hoffnung für die jungen Menschen dieses Projektes in Südafrika und vielleicht strahlt auch bald eines bei Ihnen? Die Sonnenlampen gibt es inzwischen wieder im Maichinger Weltladen.

Nachhaltiger Kakao

Nachhaltiger Kakao

Vielleicht haben Sie in der letzten Woche die Information zu Schokolade gelesen: Bis 2025 will der Schokoladenhersteller Ritter Sport seine Schokolade nur noch mit nachhaltig angebautem Kakao produzieren. Ritter Sport hat in Nicaragua rund 1500 Hektar Land erworben, um dort eine eigene Kakao-Plantage nach nachhaltigen Standards aufzuziehen. Bis spätestens 2022 soll sie rund ein Drittel des Kakao-Bedarfs von Ritter Sport decken. Die restliche Masse kauft der Hersteller dann bei Bauern vor Ort zu.

Nachhaltigkeit ist leicht gesagt, was verbirgt sich dahinter?

Es geht um die Verbesserung der Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien, die natürlichen Ressourcen und die Pflanzenvielfalt in den Herkunftsländern zu erhalten und den Anbau sowie die Vermarktung des angebauten Kakaos zu erhöhen. Darüber hinaus gehört der regelmäßige Dialog auf Augenhöhe zwischen allen Beteiligten zu einer nachhaltigen Partnerschaft.

Fakt heute ist:

90 bis 95 Prozent des Kakaos werden von Kleinbauern angebaut. Ihre durchschnittliche Anbaufläche liegt bei einem bis drei Hektar. Kakao ist oftmals die einzige Einnahmequelle dieser Familienbetriebe. Die Mehrheit der Kakaobauern und ihrer Familien lebt unterhalb der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag und Person. Die Armut führt oft zu schlimmsten Formen der ausbeuterischen Kinderarbeit. Allein in Afrika sind es weit mehr als 200 000 Kinder, die davon betroffen sind.

Die Qualität von Kakaoprodukten, wie Schokolade, hängt stark von der Qualität des Rohkakaos ab. Doch um Qualitätskakao zu erzeugen, fehlen vielen Kleinbauern die Kenntnisse, Methoden und aufgrund der geringen Preise die Mittel für Düngung oder Schädlingsbekämpfung.Trotz hoher Nachfrage werden derzeit in der Hauptanbauregion Westafrika nur 30 bis 50 Prozent der möglichen Erträge geerntet.

Der Faire Handel ermöglicht den Bauern Zugang zu Schulungen zu den Themen Anbau, Verarbeitung und Vermarkten. Sie bekommen Kredite und können ihre Ernte aufgrund langfristiger Partnerschaften zu fairen Preisen absetzen. All das hängt stark davon ab, in wieweit die Bauern in Kooperativen oder Genossenschaften organisiert sind, wie gut der Kakaosektor in ihrem Land strukturiert ist und wie die politischen Rahmenbedingungen aussehen. Eine faire Marktanbindung der meisten Kleinbauern ist durch skrupellose Zwischenhändler und Börsenspekulanten weitgehend verhindert.

Längst hat sich auch bei den Schokoladenherstellern herumgesprochen, dass Nachhaltigkeit ein immer öfter von Verbrauchern nachgefragtes Kriterium ist. Wenn heute in Deutschland schon jede 5. Tafel Schokolade mit nachhaltig angebautem Kakao verkauft wird, dann hat unser Ansatz mit dem fairen Handel Wirkung gezeigt.

Noch dauert es, bis die riesige Plantage in Nicaragua Früchte bringt. Hoffen und wünschen wir, dass das Projekt den Menschen vor Ort Arbeit und Wohlstand bringt und auch, dass so eine große Plantage nicht zu Lasten der dortigen Kakao-Kleinbauern geht.

Nachhaltiger Kakao schmeckt – bei uns im Weltladen ist er nicht nur in jeder fünften, sondern in jeder Tafel Schokolade…..

Ändere die Welt

Ändere die Welt

 

Ändere die Welt; sie braucht es.“ dieses Zitat von Bertold Brecht ist schon mehrals 50 Jahre alt und hat doch nicht an Aktualität verloren. Dass es in der Welt freier, gerechter, friedlicher zugehe, war die Hoffnung nach den Weltkriegen, der Bildung von Machtblöcken und den Auflösungserscheinungen derKolonialmächte in Afrika, Asien und Mittel- und Südamerika.

Rückblickend sah man die Notwendigkeit der Veränderungen aber oft nur in dem Teil derWelt, der uns betraf. Neben den Machtblöcken gab es dann noch den Teil der Welt, den man als „dritte Welt“ oder als Entwicklungsländer bezeichnete.

Interessant waren sie vor allem wegen der Bodenschätze und der „exotischen“ Nahrungsmittel, z.B. Kaffee, Tee, Kakao usw.

Das Entlassen vieler dieser Länder in die Unabhängigkeit führte aber oft nicht zu Verbesserungen für die Menschen, sondern zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit militärischer Unterstützung durch die Großmächte.

Ändere die Welt“ nahmen sich aber auch Jugendliche der christlichen Kirchen zu Herzenund fokusierten sich auf den fairen Umgang mit den Menschen, die für uns Produkte anbauten und Waren produzierten.Aus den Menschen aus unterentwickelten Ländern wurden Partner, aus der „dritten Welt“ entstand der Eine Welt Ansatz.

Ändere die Welt“ nahmen sich aber auch große Konzerne und Finanzspekulanten vor.

Sie interessiert nur die Marktmacht und der Gewinn. Aus den Mitteln zum Leben (Lebensmitteln) werden Spekulationsobjekte und Sprit. Verhungernde Menschen haben in dieser Welt keinen Platz.

Ändere die Welt“ liegt auch der Ideologie der Gotteskrieger in Vorderen Orient, in Afrika und Asien zugrunde. Bei Änderungen aus Glaubens- oder Ideologiegründen geht und ging es immer nur um Macht; sie braucht es nicht.

Ändere die Welt“ braucht aber Sie!

Jedes Päckchen fair gehandelter Kaffee, Tee oder Kakao verändert die Welt. Jedes Hinterfragen nach den Produktionsbedingungen und ausbeuterischer Kinderarbeit bei Textilien trägt dazu bei.

In Deutschland werden im Durchschnitt 13 € pro Einwohner im Jahr ausgegeben für fair gehandelte Produkte. Übertragen auf Maichingen wären das ca. 169000 € für Faires oder anders herum jeder Maichinger Einwohner gibt im Monat 1,08 € für fair Gehandeltes aus. Gehören Sie dazu?

 

Ausbeuterische Kinderarbeit

Ein Schwerpunkt unseres Einsatzes im Weltladen und im Verein ist der gegen ausbeuterische Kinderarbeit.. Die Ausbeutung von Kindern bei der Ernte von Kakao und Baumwolle, in Steinbrüchen oder gar als Kindersoldaten ist ein andauernder Skandal, der durch nichts zu beschönigen ist.

Für wichtig halten wir die Unterscheidung zwischen arbeitenden und ausgebeuteten Kindern. So ist die Mithilfe von Kindern zur Bekämpfung der Armut ihrer Familien in vielen Fällen lebensnotwendig. Es muss aber sichergestellt sein, dass die Kinder so arbeiten, dass sie zur Schule gehen können und ihre Bildung und entsprechende Freizeit durch die Arbeit nicht beeinträchtigt wird. Kinder dürfen keine Arbeiten verrichten, die ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit und Entwicklung schaden.

Zu den schwerwiegendsten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit gehören Arbeiten, bei der die Kinder von ihren Familien entfernt werden, Kinderhandel sowie Arbeit unter sklavenähnlichen Bedingungen.

Dass der Friedensnobelpreis 2014 an die pakistanische Schülerin Malala Yousafzai und an den Inder Kailash Satyarthi verliehen wurde, hat uns gefreut, denn damit wird ihr Eintreten gegen die Unterdrückung von jungen Menschen und für deren Recht auf Bildung gewürdigt. Kinder müssten die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, und müssten vor Ausbeutung geschützt werden, erklärte das Nobel-Komitee.

Auf das junge Mädchen hatten die Taliban 2012 einen Mordanschlag verübt, weil sie sich für das Recht auf Bildung einsetzte. Nachdem sie von dem Kopfschuss genesen war, setzte sie ihren Kampf fort. Sie lebt mit ihrer Familie inzwischen in Großbritannien. Sie wurde weltweit zu einem Symbol für die Gleichberechtigung von Frauen in islamischen Ländern. Die Jury bezeichnete die junge Frau als ein Beispiel dafür, dass auch schon Kinder und Jugendliche einen Beitrag dazu leisten können, ihre Lage zu verbessern.

Der 60-jährige Satyarthi ist in der Öffentlichkeit weit weniger bekannt. Der Inder hat mit großem Mut viele friedliche Demonstrationen und Proteste angeführt, die sich gegen die Ausbeutung von Kindern richteten. Das Nobelkomitee verglich seinen Einsatz mit dem von Mahatma Gandhi. Satyarthi habe dazu beigetragen, dass die Rechte von Kindern in internationalen Konventionen festgeschrieben wurden. "Mit diesem Preis finden die Stimmen von Millionen von Kindern Gehör – Stimmen, die bislang nicht gehört wurden. Meine beschränkten und bescheidenen Bemühungen haben es auch mit ermöglicht, dass die Stimmen von Millionen von Kindern, die in Sklaverei leben, gehört werden konnten," sagte Satyarthi in einem Interview.

Das Nobelkomitee bezeichnete es als "wichtigen Punkt", eine Muslimin aus Pakistan und einen Hindu aus Indien für ihr gemeinsames Engagement auszuzeichnen. Die Entscheidung des Komitees wurde mit der großen Bedeutung von Bildung für Kinder begründet. 60 Prozent der Weltbevölkerung seien unter 25 Jahre alt. Respekt für diese jungen Menschen sei die Voraussetzung für Frieden auf der Welt.

Zwei Jahre „Faire Stadt Sindelfingen“ ist auch ein Anlass, um darauf hinzuweisen, dass die Auszeichnung auch eine Aufforderung war und ist, beim Thema „faire Beschaffung und fairer Konsum“ am Ball zu bleiben. In Kirchengemeinden und Vereinen, in Schulen und Kantinen, im Einzelhandel und in der Gastronomie gibt es sicher auch in Sindelfingen noch „faires“ Potential.